Mythos: Pandas sind Vegetarier

Riesenpandas (Ailuropoda melanoleuca) sterben aus. Nur wenige leben noch in freier Wildbahn. An den Rand des Verderbens haben sich die Tiere mit ihrer Bambusfutterei selbst gebracht. Sie geben sich als Vegetarier, doch sie sind es nicht. Pandas sind Raubtiere, die sich aus Pflanzen und Fleisch fressenden BÀren entwickelt haben. Vor rund zwei Millionen Jahren wÀhlten die Tiere ziemlich abrupt Fleisch als Nahrung ab und griffen als Alternative zu Pflanzen im Allgemeinen und Bambus im Speziellen. Das hÀtten sie lieber nicht tun sollen. Denn mit dieser einseitigen ErnÀhrung manövrierten sich die Pandas ins evolutionÀre Aus.

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Großer Panda im Forschungszentrum in Chengdu im FrĂŒhjahr 2015 | Danke Zuokan & Songqing 🙂

Der Tierart fehlen die nötigen Mikrobakterien, um ihre Lieblingsspeise wirksam zu verdauen: Chinesische Wissenschaftler von der Chengdu-Forschungsanstalt haben dieser Tage die Darmbakterien der Pandas untersucht und festgestellt, dass die Mikroorganismen im Panda-Darm auch nach zwei Millionen Jahren noch immer die eines Fleischfressers sind. Die Bakterien eignen sich zwar dafĂŒr, Proteine zu spalten, aber die NĂ€hrstoffe aus dem Bambus können sie nur zu etwa 17 Prozent verarbeiten. So scheiden sie ihr Lieblingsfutter zwar zerkleinert, aber unverdaut wieder aus. Das wiederum fĂŒhrt dazu, dass die Tiere fast ununterbrochen fressen mĂŒssen: 14 Stunden am Tag mampfen sie vor sich hin, im Schnitt stopfen sie dabei zwölfeinhalb Kilo Blattwerk in sich hinein. Dann schlummern sie. Ausgeruht geht’s wieder ans Fressen. In den Aufzuchtstationen darf’s auch mal ein Apfel sein und hin und wieder schnappen sie sich auch einen Vogel oder ein kleines SĂ€ugetier.

Quelle: german.china.org

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