Wie essen Chinesen ihre Suppe? (für flurdab)

Hallo Yùnzhi, heute habe ich mal eine einfache Frage. Benutzen Chinesen Löffel zum essen von Suppen? Die japanischen Suppen (Ramen/ Soba) werden mit Stäbchen gegessen. Wobei es sich hier eigentlich nicht um Suppe handelt, sondern um Nudelgerichte mit entsprechenden Garnituren und Brühe, als „Heizmittel“ und Würze. Ich mache mir Soba- Nudeln selber und trainiere damit meine Essstäbchenfertigkeit. In letzter Zeit klappt das erstaunlich gut, alles eine Frage des Trainings. Aber wie macht es der Kinese, sind derartige „Nudelsuppen“ in China überhaupt gebräuchlich? Liebe Grüße“

TIPP: Nudelsuppen zum Selbstgaren – das ‚Do De Li‘ in der Berliner Kantstraße

Seit ein paar Monaten schaut flurdab beim Pan-da vorbei. Ihn interessiert vor allem das alltägliche Leben und – er testet gern das kulinarische China. So auch heute, auch wenn er mit seiner Frage vor allem in die „Werkzeug-Richtung“ zielt.

Chinesen und Nudelsuppe? Das geht immer. Morgens, mittags, abends. Schöne lange Nudeln in heißer Brühe, gern auch ein wenig scharf. Der einzige Weg, die langen Teigteile unfallfrei aus der Suppe zu angeln sind – Stäbchen. Die Brühe selbst wird oft aus dem Schälchen getrunken, das heißt, mehr oder weniger geräuschvoll geschlürft. Eleganter funktioniert es mit dem typischen chinesischen Porzellan-Löffel, den die meisten von uns aus den China-Restaurants kennen. Den Löffel verwenden die Chinesen auch für Speisen, die sich mit Stäbchen nicht so leicht greifen lassen, wie schwabbeliger Tofu (Doufu). Der wird dann mit den Stäbchen auf den Löffel geschoben, der dazu in der linken Hand gehalten wird.

Für Marmeladen-Brötchen konditionierte Langnasen kann so eine Suppe eine echte Herausforderung sein, denn ein wenig Übung braucht es schon, bis Nudeln, Gemüse, Tofu oder Fleischhappen nicht mehr auf der Hälfte des Weges zum Mund unkontrolliert abstürzen. Meist ist die Kleckerei der falschen Technik geschuldet. Und so geht’s: Mit der linken Hand die Schale unter das Kinn klemmen und mit der rechten mit den Stäbchen den Inhalt in den Mund schaufeln.  🙂

5 thoughts on “Wie essen Chinesen ihre Suppe? (für flurdab)”

  1. Das Buch von Kenneth Lo ist weniger wegen der Rezepte interessant.
    Was sein Buch ganz weit nach vorne bringt, sind seine Anleitungen zu Verfahrenstechniken. Auch wenn es erstmal weh tut. 30 Arten mit einem Wok zu kochen, also Hitzeführung und Zeit, ist so völlig anders als europäisches Kochen.Das ist schon ein sehr eigener Kosmos, und lässt vermuten das die Chinesen ihr Brennmaterial (Holz/ Kohle) immer sehr effektiv verwenden mussten.
    Meine nächste Hühnerbrühe werde ich nach „chinesischer“ Anleitung kochen. Also bei Zeiten 1/4 Brühe abnehmen und kühlen, um diese nach 1/2 Stunde der Gesamtmenge wieder zu zuführen. Den Vorgang insgesamt 3 mal.
    Ich denke zu verstehen was der Kinese damit bezwecken will, eine absolut klare Brühe. Aber das ist so weit weg von europäischer Kochtradition, da muss man sich erstmal drauf einlassen.Ich werde es probieren und sehen was die Technik taugt. Vielleicht erlebe ich eine Revolution im Bereich „Fond/ Brühe“. „Man muss aus vielen Quellen trinken um Weisheit zu erlangen“
    Ich denke das Völkerverständigung am besten über den Teller funktioniert.
    Nie sind Menschen netter, als wenn Sie zusammen essen.

    Dank und liebe Grüße

  2. Danke, mein Liebe.
    Ich habe durch einen glücklichen Zufall Kenneth Lo’s Kochbuch, „Das große Buch der chinesische Kochkunst“, für ganz kleines Geld beim Trödler erstanden. Das ist hier im Langnasen- Horizont quasi die Bibel der Chinesischen Küche. Es ist gut, es erklärt viele Dinge, aber es kann natürlich nicht die gesamte Kulinarik Chinas darstellen.
    Wenn wir nach Japan gucken, so sind von dort in den letzten Jahren einige Kulinarik- Trends ausgegangen. Sushi und Ramen sind die Vorzeigespeisen Japans. Aber das sind natürlich nur leicht vermarktbare Teile der gesamten japanischen Kulinarik. Mir als Langnase ist die Trennung zwischen z.B. Japan und China immer sehr schwer gefallen. Irgendwie doch alles Asiatisch, aber das ist völliger Blödsinn Und da haben wir die Thailändische oder auch Koreanische Küche noch nicht mal gestreift, nur um die anderen großen Küchen auch noch zu nennen.

    Es ist wirklich spannend für mich als Langnase, wobei der „Kampf“ gegen die Vermischung der unterschiedlichen Landesküchen echt hart ist. Ich bin wirklich froh eine authentische „China- Aktivistin“ wie Dich kontaktieren zu dürfen.

    Liebe Grüße

    1. Hallo nach Duisburg,

      China-Aktivistin, da musste ich schon doll schmunzeln. Da muss man erst mal drauf kommen. 🙂 In der Tat profitiere ich enorm von meinem chinesischen Umfeld, ohne das ich hier niemals so Auskunft geben könnte. Meine Familie in Berlin, Shanghai, Ningbo und Suzhou, Freunde in Berlin und Shanghai. Jeder ist auf irgendeinem Gebiet bewandert oder hat eine Idee, wo ich nachfragen kann. Und manchmal, da lasse ich sie einfach selbst zu Wort kommen.

      Es existiert der Spruch, dass Reisen bildet. Selber hingehen und hinschauen sei die beste Möglichkeit, sich einem anderen Land und seinen Menschen zu nähern und mit ein paar Klischees aufzuräumen. Für mich habe ich begriffen: Stimmt. Allerdings nicht immer. Man sieht etwas, aber versteht es nicht. Da hat man sich dann fix selbst etwas zusammengereimt. Ist schon toll, wenn es dann jemanden gibt, der die Dinge auf die chinesischen Füße stellt.

      Und jetzt, jetzt schaue ich erst mal, was es mit Kenneth Lo’s Kochbuch auf sich hat.
      Danke dir für den Tipp! 🙂

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