Momentaufnahme: Glücksknoten am Rückspiegel

Jeder Chinese, der etwas auf sich hält, hat im Rückspiegel seines Wagens wenigstens einen Glücksbringer befestigt. Also auch wir. In Rot, versteht sich. Wegen des Glücks. Seit Jahrtausenden verheißen die kunstvoll geknüpften Teile in China Wohlstand, Vollendung und Harmonie. Nicht nur, dass sich einige Autofahrer gleich drei oder mehr der kleinen Kunstwerke an den Rückspiegel heften, auch an Smartphones und Taschen finden die Leute sie en vogue.

Wenige Millimeter klein oder bis zu mehreren Metern groß – so ein Glücksbringer entsteht aus einem einzigen Stück Schnur. Die ersten sollen schon zur Zeit der Streitenden Reiche (ca. 475-220 v.Chr.) geknüppert worden sein. Seither gelten die Knoten als ein wichtiges Accessoire der Bekleidung. Später nahmen die immer raffinierter geknüpften Exemplare die Form von Vögeln oder Glück verheißenden Fabelwesen an oder die Künstler passten Schnitzereien aus Jade oder Keramiken in die Knotereien ein. Oder eine Münze oder Scheibe, wie bei unserem Glücksknoten. Mit Segelboot. „Das bringt Glück“, meint Herr P.. „und klärt mit einem Chengyu auf: Mit vollen Segeln dahingleiten. Na dann, Leinen los auf deutschen Autobahnen.

Chinesisch: 一帆风顺

Mit vollen Segeln gleiten.

 

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