Eine echte Gefahr – chinesische Geister und Dämonen

Überall lungern sie herum, die Geister und Dämonen, von denen es in China nur so wimmelt. Sie sind übellaunig, diese Gesellen, und eine echte Gefahr. Wie das?

Der Eingang zum Sockel der Buddha-Statue mit Geisterschwelle

Von Geburt an trägt man nach chinesischer Weisheit zwei Seelen in sich, die zusammen die Lebensenergie Qi ausmachen: die Yang-Seele Hun und die Yin-Seele Po. Stirbt man, trennen sich die beiden. Während die Hun-Seele gen Himmel steigt und dort zu einem Ahnen wird, bleibt Po im Grab zurück. Stirbt jemand einen gewaltsamen Tod oder gibt es Streit, dann klappt das mit dem Trennen der Seelen nicht. Ärger ist vorprogrammiert. Den gibt es auch, wenn die Hun-Seele im Jenseits darben muss, weil es die Nachkommen mit den Opfergaben nicht so genau nehmen. Dann werden die Dämonen ungemütlich, wandern umher und drangsalieren die Lebenden.

Hilfreich: Geisterschwelle und Zickzackbrücke

Zum Glück sind die Schreckgestalten leicht auszutricksen, denn eines können sie nicht: die Knie krümmen zum Beispiel. Weil sie keine haben. Oder abbiegen, weil sie nur geradeaus gehen können. Sehr wirkungsvoll sind dann Geisterschwellen, knöchelhohe Türschwellen, vor denen die üblen Gesellen aus dem Jenseits kapitulieren müssen. Oft verwehrt noch eine parallel zum Eingang gezogene Geistermauer den Untoten den Zugang zum Haus, weil sie diese nicht umrunden können.

Traditionell gekleidetes Hochzeitspaar auf Geisterschwelle – sicher ist sicher!

Diese missliche Schwachstelle nutzen die Chinesen auch beim Bau der Zickzack-Brücken. Wer nur geradeaus gehen kann, bleibt am anderen Ufer zurück. Da sieht so ein Geist ganz schön alt aus.

Zickzack-Brücken – das Aus für alle Geradeausgeher:

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