Ohne ‚Fahne‘ – chinesischer Schnittlauch (Rezept)

Schnittlauch und Knoblauchgeschmack in einem – der chinesische Schnittlauch (auch: Knolau, Knoblauch-Schnittlauch, Schnittknoblauch) macht’s möglich. Sein klarer Vorteil: ihr kommt ohne den ungeliebten Geruch nach dem Essen aus. Schnittknoblauch will bei uns allerdings noch entdeckt werden.

Der Chinesische Schnittlauch Jiucai (chinesisch éŸ­èœ, Pinyin jiǔcĂ i, lat: Allium tuberosum), stammt aus dem asiatischen Raum, in China v. a. aus der Provinz Shanxi. Wild wĂ€chst er in Höhenlagen um die 1000 Meter, besitzt aber auch als Kulturpflanze eine lange Tradition als GemĂŒse, GewĂŒrz und Heilpflanze. Besonders die angenehm sĂŒĂŸlichen BlĂŒten gelten als Delikatesse.

Chinesische Medizin

Apotheke in China

Verwendbare Teile
Vor allem BlĂ€tter und die weißen BlĂŒten, in China auch der Saft.

Inhaltsstoffe
Ätherische Öle (Allicin), Vitamine A und C, Mineralien (Kalzium)

Heilkunde
Der Chinesische Schnittlauch besitzt vor allem Bedeutung als antibakterielle Pflanze. Sie soll das Immunsystem stĂ€rken und den Cholesterinspiegel senken. Die Chinesen verwenden den Saft bei Magen-Problemen (Übelkeit aber auch Gastritis).

Volksglaube – wegen seiner angeblich aphrodiasierenden Wirkung wird er gelegentlich auch scherzhaft als ‚Viagra-Lauch‘ bezeichnet. Nun ja! 😉

Chinesische KĂŒche

Der Schnittknoblauch gilt in China als beliebte Beilage in Schmorgerichten, Nudelsuppen, zu Dipsaucen, vor allem aber – als Teil der FĂŒllung in Dumplingen, chinesische Teigtaschen, wie den Jiaozi. Die BlĂ€tter werden frisch verwendet, gern auch kombiniert mit FrĂŒhlingszwiebeln oder man sie klein gehackt ĂŒber das fertige Essen. Die Mutter von Herrn P. empfiehlt das GewĂŒrzkraut zudem zu Eierspeisen.

GedÀmpfte Teigtaschen

Zutaten
15 g Mu-Err-Pilz
300 g Mehl
300 g Paksoi
250 g Bambusschösslinge (aus der Dose)
125 g Tofu
1 TL Currypulver
œ TL Kurkuma
2 Knoblauchzehen
8 BlÀtter Schnittknoblauch (aus dem Asia-Laden) oder Schnittlauch
1 EL Öl (evtl. etwas mehr fĂŒr den DĂ€mpfeinsatz)
Pfeffer, Salz, Sojasauce zum Eintunken


FĂŒllung
Schritt 1: Pilze – in reichlich warmem Wasser einweichen.
Schritt 3: Paksoi waschen, putzen und lĂ€ngs in Streifen schneiden. Tofu wĂŒrfeln. Bambus gut abtropfen lassen und in Streifen schneiden.
Schritt 4: Pilze ausdrĂŒcken, harte AnsĂ€tze entfernen und in feine Streifen schneiden. Knoblauch schĂ€len und fein hacken. Schnittknoblauch waschen und trockenschĂŒtteln.Öl in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch darin glasig werden lassen. Paksoi, Pilze und Bambus dazugeben und 4-5 Minuten unter RĂŒhren andĂŒnsten. Tofu untermischen und alles mit Salz und Pfeffer wĂŒrzen.

Teig
Schritt 2: Mehl, Curry und Kurkuma – in einer SchĂŒssel mit etwas Salz mischen. Mit 150 ml kochendem Wasser verrĂŒhren. 5 EL kaltes Wasser dazugeben und auf einer bemehlten FlĂ€che 4 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen.
Schritt 5: Teig in 8 Portionen teilen und auf der bemehlten ArbeitsflĂ€che zu dĂŒnnen Kreisen ausrollen. Die FĂŒllung gleichmĂ€ĂŸig auf den Teigkreisen verteilen. TeigrĂ€nder um die FĂŒllung nach oben klappen und mit 1 Halm Schnittknoblauch verschließen. Teigtaschen in einen eventuell leicht geölten DĂ€mpfeinsatz legen und in einem Topf zugedeckt ĂŒber kochendem Wasser ca. 20 Minuten dĂ€mpfen.

Literatur & weiterfĂŒhrende Links
Culinaria China: Chinesische SpezialitÀten, tandem-Verlag, 30. MÀrz 2015, S. 284
Oliver Lutz Radtke: FĂŒnfzig Mal Mund auf in China: Was man gegessen haben muss. Dryas Verlag; Auflage: 1 (1. Oktober 2011), S. 34f
Mein schöner Garten: Schnittknoblauch – pflanzen, pflegen und ernten | abgerufen am 19.05.2019

Video via https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/gemuese/schnittknoblauch

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