Yangtse-Kreuzfahrt: Mit dem „Sonderzug nach Pankow“

„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow? … “ Hallo Hallöchen Hallo. Alles ist möglich auf einer Yangtse-Kreuzfahrt in China. Wir sitzen im Sky-Club auf Deck 5 und warten am Tag 2 unserer Flussreise auf den Empfang des Kapitäns. Während wir noch Udo Lindenbergs Sonderzug verarbeiten, ertönt Musik aus dem Western „Die glorreichen Sieben“ aus den 60iger Jahren und die glorreichen Fünf, pardon, die Crew erscheint. Wildes Klatschen, Hoho und Sektgläser hoch. Mehr Traumschiff geht nicht. Oder doch? Aus dem Nichts formiert sich eine Polonaise und Deck 5 hebt ab.

Acht Nasen ohne Reiseleiter und Zuordnung? Das geht nicht. Wir sollen uns einen Namen ausdenken und ab sofort sind wir als ‚Panda‘-Gruppe fester Bestandteil aller Planungen an Bord. Denn wenn das Leben überaus fürsorglich durchorganisiert ist, dann auf diesem Schiff: um 7 Uhr werden wir geweckt, es gibt Durchsagen, die einen unter der Bettdecke hervorschnellen lassen. Auch das Ausschalten des Zimmerlautsprechers ergibt wenig Sinn, denn das Bordleben tobt ungebremst los: 7 bis 8:30 Uhr Frühstück, ab 9 Uhr Perlenshop, einen Seidenschal knoten oder ‚Line Dance‘ lernen. Natürlich gibt es Ausflüge. Wohlorganisiert, versteht sich. Mit Bordausweis und einer Schiffsbegleiterin, die, ausgerüstet mit Mikrofon, Lautsprecher-Trägerin und Wimpelchen ihr Bestes gibt. Bis sie merkt, dass ihr niemand mehr folgt. Frühstück-, Mittag- und Abendessen gibt es als Büffet. Lärm und Gedränge sind gigantisch und nur mit „aktivem Anstehen‘ beizukommen.

Die Crew ist vielseitig. Sie lädt ein zum Willkommensbuffet und am Abend zu einer Show, zu der wir Klapperhände erhalten, mit denen sich Beifallslärm produzieren lässt. Lärm als Daseinszustand, die Zuschauer nehmen das Angebot, das freudige Getöse durch Hilfsmittel um weitere Dezibel zu steigern, dankend an. Sektempfang mit Udo Lindenberg, Kapitänsdinner und Show der Crew – was auf der AIDA in zwei Wochen abgearbeitet wird, schaffen wir in zweieinhalb Tagen. Locker.

Aus dem Nichts formiert sich eine Polonaise und Deck 5 hebt ab.

Wir sollen uns einen Namen ausdenken und ab sofort sind wir als ‚Panda‘-Gruppe fester Bestandteil aller Planungen an Bord.

‚Line Dance‘

wir erhalten Klapperhände, mit denen sich Beifallslärm produzieren lässt. Lärm als Daseinszustand, die Zuschauer nehmen das Angebot, das freudige Getöse durch Hilfsmittel um weitere Dezibel zu steigern, dankend an.

Die Show der Crew am Abend

4 thoughts on “Yangtse-Kreuzfahrt: Mit dem „Sonderzug nach Pankow“”

  1. Hallo Catrin, habe herzlich gelacht. Wunderbarer Kurzspaß in Wort und Bild. Na, was den Udo anbetrifft mit seinen unartikulierten Lauten – das wäre ja ein Griff in den falschen Topf.
    Prima, ich werde mir die anderen auch vornehmen. Wolfgang

    1. Hallo Lobo,
      zum Schmunzeln und Rumwundern gibt es in China allerhand. Wohl weil es nicht so einfach ist, aus China schlau zu werden. Man wird es wohl auch nicht. Ist eher so ein Langnasen-Ding, dieses Schlau-werden-Wollen. Viel Spaß beim Lesen & Frohe Festtage, herzlichst Catrin

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