Wiederentdeckt: der Ili-Pfeifhase

Der Ili-Pfeifhase ist ein süßes Kerlchen. Gleichzeitig ist der weltweit nur im abgelegenen Tian-Shan-Gebirge (seit 06/2013 UNESCO-Weltnaturerbe) im Nordwesten Chinas lebende Hase höchst gefährdet. Experten schätzen, dass weniger als 1000 Exemplare dieser Art existieren. Es ist eines der seltensten Tiere unserer Erde: 20 Jahre lang blieb der Hase verschwunden, der erst 1983 vom chinesischen Biologen Li Wei-Dong vom Xinjiang-Institut für Ökologie und Geographie entdeckt worden war. Jetzt hat er die seltenen Tiere erneut vor die Linse bekommen; unterstützt von vielen Freiwilligen, liefen gleich mehrere Exemplare in die Kamerafallen.

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„Regional Map“ von CinColon – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Seit ihrer Entdeckung schrumpfte der Bestand um 70 Prozent. In 57 % der Gebiete, in denen die Art vor 20 Jahren lebte, kamen sie 2005 nicht mehr vor.[2] Den Grund dafür sieht der Wissenschaftler vor allem in der Klimaerwärmung. Damals hätten die Tiere auf 3200 bis 3400 Metern Höhe gelebt, mit den steigenden Temperaturen haben sie sich auf 4100 Meter zurückgezogen. [1] Weiterhin werden zunehmender Fraßdruck in den Verbreitungsgebieten sowie die wachsende Bevölkerung am Fuße der Berge als Ursache für den Rückgang vermutet. Die Chancen fürs Überleben der bislang wenig erforschten Tiere stehen schlecht: wegen der geringen Populationsgröße, geringen Nachwuchszahlen sowie einer begrenzten Anpassungsfähigkeit der Art.

 


Kurzportät

Der Ili-Pfeifhase (Ochotona iliensis) ist eine Säugetierart aus der Familie der Pfeifhasen innerhalb der Hasenartigen.

Im Stakkato: Körperlänge: ca. 20 cm, Gewicht: bis 250 g | Farbe: hell- bis rotbraun | Nahrung: Pflanzen | Vorkommen: endemisch, nur aus dem Tian Shan in der Provinz Xinjiang bekannt | Lebensweise: auf Geröllhalden an Felswänden in Höhen zwischen 2800 und 4100 Metern. Zwei Würfe im Jahr, Anzahl der Jungtiere unbekannt.


Quellen:
» 1 – via Geo (abgerufen am 08.04.2015)
» 2 – via Ochotona iliensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: Andrew T. Smith, C. H. Johnston, 2008. (abgerufen am 08.04.2015)

» Grafik: Regional Map“ von CinColonEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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