Wenn ‚Black Sabbath‘ kocht

Chi. Essen. Langnasen sind sich über die Tragweite dieses Themas bei den Chinesen nur selten im klaren. Umgekehrt wundern sich die Chinesen über unseren laxen Umgang mit diesem elementaren Lebensbereich. Allein der Gedanke, aus Zeitmangel eine Mahlzeit überspringen zu wollen – unvorstellbar.

Das 5-Sterne-Quartett mit eigenem  Shirt zum deutsch-chinesischen Kochen der Männer

In unserem Freundeskreis startet einmal im Jahr das deutsch-chinesische Kochen der Männer: zwei deutsche und zwei chinesische Köche schnipseln, brutzeln und dämpfen, was die Herdplatten so hergeben. Herr P. ist von solchen Aktionen begeistert, denn wie wohl jeder Chinese ist er dem Essen rettungslos verfallen. Da kann schon mal passieren, … aber hach, lest am besten selbst. 😉

  • Der deutsche Kochfreund: Schau mal (Link) beim Sender (XY)  läuft heute Abend ne Doku über ‚Black Sabbath’*¹. 
  • Herr P.: Kann der kochen?
  • Noch einmal der deutsche Kochfreund: Nee, aber trinken.

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Wer es, wie viele Chinesen, auch nicht weiß – Black Sabbath war eine englische Heavy-Metal-Band. Dabei – es gibt auch in China Heavy Metal:

TIPP:
Dabei, „Chinesischer Metal muss sich nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, er bringt sogar ganz neue Elemente in das Genre. … In seinem Beitrag vom 14.01.2018 im Blog ’sinonerd‘ erklärt Arnaud Boehmann, warum die chinesische Kultur und Sprache(n) dem Genre eine besondere Tiefe verleihen können und weshalb chinesischer Metal trotzdem noch nicht zu einem Massenphänomen geworden ist.“
»  No Gods, no Masters: Heavy Metal in China

4 thoughts on “Wenn ‚Black Sabbath‘ kocht”

  1. Hallo,
    und so leicht interpretiert man etwas in eine eigentlich wertfreie Aussage hinein. 😉

    „Matjes mit Tofu-Sojabohnensprossen “ klingt ziemlich experimentell. Ich würde es auch verweigern. Aber manche Wege sind eben Irrwege, das weis man aber erst an ihrem Ende.

    Ich habe gerade versucht eine Erbsensuppe „China- styl“ zu kochen. Uiuiui. TK- Erbsen, eine wenig echte Hühnerbrühe, ein wenig Knoblauch, ein wenig Möhre, ein wenig Porree und viel Ingwer. Dazu noch Zwiebeln und Kukurma und helle Sojasauce. Zusätzlich Kartoffeln als Einlage (Reis hätte auch funktioniert) und natürlich Fleischwurst. So schlecht war das nicht, aber die TK- Erbsen sind aber so aromatisch, die verkleben einem den Mund. Längeres simmern (1Std.) reduzierte dieses „Zuviel“. Insgesamt war es nicht schlecht. Beim nächsten Anlauf werde ich aber der chinesischen Cuisine mehr Rechnung tragen und deutliche mehr auf die Struktur der einzelnen Zutaten achten. Also nicht alle Erbsen pürrieren, auch nicht 3/4, sondern nur 1/3- 1/4, ebenso Zwiebeln, Karotten und Lauch nicht pürrieren, sondern nur klein geschnitten belassen. Fleischwurst ist übrigens so was von chinesisch, da gibt es überhaupt keine Diskussionen.

    Vielleicht nimmt Herr P. den Ball auf?
    Ich fand Sojasauce und Erbsensuppe schon gedanklich abenteuerlich, die passen aber sehr gut zusammen.

    Liebe Grüße

  2. OK, neuer Anfang.

    Nach dem ich ziemlich lange über Herrn P.s. Frage. “ Kann der kochen“, nach gedacht habe, glaube ich sein Ansinnen verstanden zu haben. Wir werden jeden Tag mit „Informationen“ zu Leuten zugeschüttet, die wir nicht kennen, die uns nicht betreffen, die wir vermutlich auch nicht mögen würden, wenn wir sie kennen lernen täten. Da finde ich die Frage „kann er kochen“ extrem rational. Das bricht die „Persönlichkeiten“ auf ein sehr gesundes Maß herunter und fokussiert auf eine „Nützlichkeit“ für Alle. Und ich denke das dies eine der wichtigsten Forderungen an uns Menschen ist, nicht der blöde Ich- Glaube, sondern die Nützlichkeit für alle. Also Kooperation gegen Egoismus. Uhps, jetzt bin ich ein bisschen politisch geworden.

    Wie geht es Herrn P. eigentlich hier im Lande der kulinarischen Barbarei?
    Konnte er sich an „Spiegelei, Bratkartoffeln und Spinat“ als Hauptmahlzeit gewöhnen?
    Wie wird bei euch der Wok geschwungen?
    Klar, der Reiskocher macht Überstunden.
    Das was ich mir bis jetzt zur Kulinarik Chinas erlesen habe deutet darauf hin, dass ein „ordentliches“ Essen aus vielen, kleinen eigenständigen Gerichten besteht. Aber ist das wirklich so? Die chinesische „Hausfrauenküche“ wird bestimmt „einfacher“ sein, oder mute und maße ich mal wieder?

    Herr P. scheint mir zumindest ein kluger Mann zu sein, er hat sich eine kluge Frau gesucht. Mehr geht nicht.
    Grüße allgemein und sehr speziell an Herrn P.

    1. Hallo flurdab,

      „Kann der kochen?“
      Das ist eine Momentaufnahme. Sie spielt mit der für Chinesen typischen Leidenschaft fürs Essen und dem Nichtwissen vieler Chinesen um Heavy Metal im Allgemeinen und Black Sabbath im Besonderen. Und weil auch Herrn P. nach wenigen Sekunden schwante, dass mit Black Sabbath möglichweise kein Koch gemeint sein könnte – habe ich von dieser WhatsApp-Kommunikation erfahren. Auch unser Freund hat sich vor Lachen nicht mehr einbekommen, denn der Fernsehtipp sollte zur musikalischen Aufklärung beitragen.

      Wie geht es Herrn P. eigentlich hier im Lande der kulinarischen Barbarei?
      Ehrlich? Großartig. Wir planen schon mal einen Urlaub rund um einen sensationellen Krustenbraten im bayerischen Zwiesel. Sehr chinesisch das alles. Auch die kulturvollen Eltern reisen gern im eigenen Land dahin, wo es etwas besonders Leckeres zu essen gibt. …

      Konnte er sich an „Spiegelei, Bratkartoffeln und Spinat“ als Hauptmahlzeit gewöhnen?
      Er wackelt jeden Mittag in eine deutsche Kantine.

      Wie wird bei euch der Wok geschwungen?
      Wir haben gar keinen. 😉 Ansonsten: Von Schnitzel über Pasta bis Chinesisch ist alles dabei. Die Familie mosert nur, wenn kreativ deutsch-chinesisch aufgetischt wird: Matjes mit Tofu-Sojabohnensprossen haben wir abgewählt.

      Klar, der Reiskocher macht Überstunden.
      Der muss sein. Aber auch hier … [weiterlesen]

      Das was ich mir bis jetzt zur Kulinarik Chinas erlesen habe deutet darauf hin, dass ein „ordentliches“ Essen aus vielen, kleinen eigenständigen Gerichten besteht. Aber ist das wirklich so? Die chinesische „Hausfrauenküche“ wird bestimmt „einfacher“ sein, oder mute und maße ich mal wieder?
      Ist die Runde etwas größer und besteht aus chinesischen Freunden – dann angeln sich alle was aus einer Vielzahl von Gerichten herunter. Fürs tagtägliche Essen, da hast du recht, ist der Aufwand definitiv geringer, aber sehr stark von den Familien abhängig.

      Herr P. scheint mir zumindest ein kluger Mann zu sein, er hat sich eine kluge Frau gesucht. Mehr geht nicht.
      Schmunzeln!

      Grüße allgemein und sehr speziell an Herrn P.
      Das mache ich dann mal.

      Dir einen schönen Abend!

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