TIPP: die älteste private Bibliothek in China

Sollte es euch einmal nach Ningbo verschlagen, dann besucht die Tiyan-Yi-Bibliothek. Ihr werdet fasziniert sein, denn das Areal ist ein Freilichtmuseum: Hofhäuser, Galerien, Gärten, von steinernen Löwen bewachte Mondtore, Teiche mit Glück bringenden Goldfischen, ein Ahnentempel mit Mahjongg-Museum, sogar eine Oper findest du hier und Teehäuser, die auch für die Gäste geöffnet haben. Der Star des Anwesens ist die älteste Privat-Bibliothek Chinas, die zugleich eine der drei ältesten privaten Bibliotheken weltweit sein soll.

„Tianyi“ – die „Nummer eins unter dem Himmel“

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Lageplan: ist wirklich großzügig, das Gelände: 26 ooo qm

Viel los ist an einem Montagvormittag nicht. Zum Glück, so genießen wir die grüne Oase im Stadtzentrum Ningbos und bummeln durch die Anlage mit Ziel Bibliothek. Heute besteht das Museum aus drei Teilen: der Bibliotheks-Kultur Chinas, den Gärten im traditionellen Stil und den zahlreichen Ausstellungen. Nehmt euch Zeit bei euerm Bibliotheks-Parcours, es gibt so viel zu entdecken. Auch die Menschen: junge Familien probieren sich als Mahjongg-Spieler, zwei Mönche wandeln in den Galerien rund ums prächtige Theater und ein Hochzeitspaar lächelt uns beim Foto-Termin verschmitzt zu (siehe Foto-Parcours).

Bereits der Name verrät ihre Besonderheit: „Tianyi“ steht für „Nummer eins unter dem Himmel“. „Ge“ kann mit Pavillon, Turm oder Dachgeschoss übersetzt werden, denn im alten China existierte kein spezifischer Ausdruck für „Bibliothek“. Errichtet hat sie zwischen 1561 und 1566 (Ming-Dynastie) ein Beamter, der seine 70 000 Bände in dem zweistöckigen Holzbau unterbrachte. Und wer als hoher Beamter etwas auf sich hielt, der baute schon damals gleich eine Parkanlage drumherum. Seit 1982 steht die Tianyige-Bibliothek (chinesisch 天一阁) auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (2-31).

Auf zum Foto-Bibliotheks-Parcours!

„Es ist eine … Bibliothek, in der keine Bücher mehr sind“, lese ich bei tripadvisor. Was ist da los? Ganz einfach, es existieren zwei Gebäude. Das historische und ein neues, in dem die Bücher besser vor dem Verfall geschützt werden können.

1. Die neue Bibliothek

Heute sind die Bücher in einem zweietagigen Zweckbau untergebracht, aber geschützt. Surprise! Überraschung: in einem Buch in der Vitrine entdecke ich – meinen Namen. 🙂 … Besonders wertvoll sind u. a. die Verzeichnisse der kaiserlichen Examen der Ming-Dynastie. Offensichtlich war auch mein Namensvetter ‚Pan‘ ein erfolgreicher Kandidat und bestand als zweitbester die höchste kaiserliche Prüfung, die in dem Palast des Kaisers unter höchster Aufsicht stattfand.

In dem Komplex kann der Besucher auch erfahren, wie die Bücher früher gelagert wurden: in Papier eingeschlagen und in Schränken aufbewahrt. Kräuterbeutel sollten Insekten fern halten und Gipsbrocken Feuchtigkeit absorbieren.

2. Die alte Bibliothek

Gelesen wurde in einem lichten Lesesaal mit direktem Zugang zum Garten. Der Teich soll gleichzeitig als Löschwasser gedacht gewesen sein. Im Inneren entdeckt: Das Gebäude um 1935.

Anschrift:
No.5 Tianyi Street, Haizhu District, Ningbo 315000, China |
Website: www.tianyige.com

Öffnungszeiten:
8 bis 17 Uhr | bis 17:30 Uhr vom 21.04. bis 20.10.

Eintrittskarte:
30 Yuan (an den Automaten am Eingang)

Weiteres Sehenswertes auf dem Gelände

Ein Opernhaus mit wunderbar verziertem Dach, das Mahjongg-Museum – das Spiel soll in Ningbo im 19. Jh. erfunden worden sein, lese ich vor Ort. Die Ausstellungsfläche im Ahnentempel breitet sich auf 1.000 qm aus. Wie so oft in Gärten größerer Städte, einen Hochzeits-Vorab-Fototermin kann man immer beäugen. Das Bibliotheks-Gelände ist offensichtlich auch bei den jungen Leuten in Ningbo beliebt, zumindest, wenn es um die berühmten Fotos zur Hochzeit geht, wie bei diesem Paar in traditioneller roter Kleidung.

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