Qiūxiá – im Garten der Herbstwolken | Jiading

Es gibt sie, verträumte Ecken in Shanghai. Stille – wer einmal im Osten Chinas unterwegs war, der weiß, wovon ich spreche. Sie ist nicht existent, und man sollte Stille und Abgeschiedenheit auch keinesfalls mit einem chinesischen Park verknüpfen. Dort ist Rènao* angesagt, Lärm, der von allen hingebungsvoll praktiziert wird.

Etwas Verträumtes in Shanghai also. Dieser Flecken liegt versteckt im Vorort Jiading, nennt sich der Garten der Herbstwolken, Qiūxiá, und ist jetzt im November auffallend grün. Vom Tempel des Stadtgottes geht’s durch üppigen Pflanzenwuchs, Felsen aus Kalkstein, einem Pavillon mit der lokal-berühmten Bast-Flechterei, durch Mondtore und Wandelgänge bis zum Teehaus am Kirschblüten-Teich. Dort lässt sich die Landschaft genießen, die Stille und – den berühmten Drachenbrunnen-Tee (Longjing) aus Hangzhou. Den gibt’s nur noch aus Plastebechern, dafür trägt das Personal mit uns zum Plaudern die Hocker in die Sonne.

Kleine Qiūxiá-Kunde (秋霞圃, Qiuxia Pu) – der älteste Park Shanghais

Das Kassenhäuschen. Was kann man da lesen? Am 02.11.2018 waren bereits 350 Besucher im Garten, den 343 wieder verlassen haben. Momentan weilen 7 Personen auf dem Gelände. 🙂

Laut Info-Tafel vor Ort handelt es sich bei dem Kleinod um den ältesten klassischen Garten Shanghais. Seine Geschichte reicht bis in das Jahr 1502 zurück, als zu Zeiten der Ming-Dynastie der Minister für öffentliche Arbeiten, Gong Hong (龚弘), den Garten als Privatgarten für sich anlegen ließ. Es gibt eine Besonderheit: Auf dem Areal liegt ein Stadtgott-Tempel und das stellt in der Garten-Architektur südlich des Yangtse eine Rarität dar. Die ansonsten für den südlich des Yangtse typisch-klassische Gartenkunst steht unter Denkmalschutz.

Jiading (嘉定), 314 Dongdajie St,
08:00 – 16:30 Uhr
Eintritt: 10 Yuan je Nase
+86 21-5999-7535, +86 21-5953-1949.

Nach den ersten Schritten im Qiuxia-Pu, 秋霞圃 – der Tempel des Stadtgottes

Pavillons, Hallen, Wandelgänge – alles liegt eingebettet in der Natur.

Ein Pavillon, in dem es um die lokal-berühmte Bast-Flechterei geht.

Ein weiterer Pavillon, in dem der Aufbau eines typischen chinesischen Dachs erklärt wird.

Im ständigen Wechsel: Gartenanlagen, Tempel, Pavillons, Wandelgänge, Brücken, … .

Das Teehaus, davor ein Teich mit Schildkröten, die sich gern in der Sonne wärmen.

Darf nicht fehlen – das typische chinesische Mondtor.

 

Qiuxia Garden (秋霞圃, Qiuxia Pu)

314 Dongdajie St,
08:00 – 16:30 Uhr
Eintritt: 10 ¥ je Nase
+86 21-5999-7535, +86 21-5953-1949.

Das Kassenhäuschen. Was kann man da lesen? Am 02.11.2018 waren bereits 350 Besucher im Garten, den 343 wieder verlassen haben. Momentan weilen 7 Personen auf dem Gelände. 🙂

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*1 – 热闹 rè nao (heiß + Lärm) – das ist der chinesische Ausdruck für „belebt, viel los“. Ruhe ist den meisten Chinesen heute wesensfremd. Böse Zungen behaupten, dass das Chinesische die einzige Sprache sei, die man nicht flüstern kann. Tja.

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