Momentaufnahme: Chinas Löwen

Mit den chinesischen Löwen ist das so eine Sache. Sie sind keineswegs zu übersehen, wie sie so paarweise vor den Eingangstoren vieler, vor allem traditioneller Gebäude stehen. Ich ignorierte sie dennoch. Als Löwen. Es sind Fabelwesen, sagte ich mir, unentbehrliche Dekorationen der traditionellen chinesischen Architektur. Imposant und exotisch anzusehen. Doch zu pekinesisch war mir ihr Aussehen und zu viele Locken zierten ihre Häupter, um sie als ‚König der Tiere‘ ernst zu nehmen. Doch wie so oft, es steckt mehr dahinter. Denn biologisch gefragt: Was treibt das Raubtier in China?

Tatsächlich hat es frei lebende Löwen in China nie gegeben. Die ersten Skulpturen tauchten im Reich der Mitte mit dem Buddhismus zu Zeiten der östlichen Han-Dynastie (um 205 v. Chr. – 220 n. Chr.) auf. Im Buddhismus steht der Löwe für Erhabenheit, der imstande ist, böse Geister zu vertreiben. Ursprünglich sollen die stilisierten Exemplare vor Mausoleen gewacht haben, später auch vor den kaiserlichen Palästen, Tempeln, Brücken, … und den Häusern von Regierungsvertretern. Doch nicht jeder durfte sich so ein Wächterpaar vors Haus stellen. Es galt: nur hochrangige Beamte ab dem siebten Grad. Welchen Platz der Hausbesitzer innerhalb der Beamtenhierarchie inne hatte ließ sich leicht an der Anzahl der Haarknoten ablesen. Wer Löwen mit 13 Locken sein eigen nannte, der hatte es geschafft. Mehr ging nicht.

Zickzackbruecke

Doppelt gesichert gegen Dämonen und böse Geister: Löwen auf einer Zickzackbrücke

german.cri.cn | blog.chinatours 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.