Im Yangtse: Finnenloser Schweinswal & Flussdelfin

Ich dachte schon, er wäre ausgestorben, der finnenlose Schweinswal aus dem Jangtse (Neophocaena phocaenoides asiaeoientalis*1). Doch jetzt verkünden chinesische Behörden, dass die vom Aussterben bedrohten Tiere im Poyang-See in der ostchinesischen Provinz Jiangxi überwintern sollen. Das Refugium umfasst etwa 1400 Hektar, hat eine Tiefe von mehr als 30 Metern und beherbergt dann etwa die Hälfte der Population. Das Gebiet hat reiche Fischbestände und liegt nicht am Hauptkanal des Jangtse-Flusses.

Ein Kind des Jangtse

Finnenlose Schweinswale leben ausschließlich im Yangtse; in der Karte (gemeinfrei) rot gekennzeichnet

Finnenlose Schweinswale leben ausschließlich in Chinas längstem Fluss, dem Jangtse, sowie in den Dongting- und Poyang-Seen, die in die Wasserstraße fließen. Jahrelange Verschmutzung und reger Schiffsverkehr haben die Population stark dezimiert: nur etwa 1000 Tiere sollen nach einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums noch hier leben. Fachleute warnen, die Art könnte innerhalb eines Jahrzehnts aussterben, denn die bedrohte Jangtse-Population  ist in einem ähnlichem Zustand wie die der Baijis (Lipotes vexillifer), der Flussdelfine, in den 1980iger Jahren. Die Tiere gelten nach der Erklärung der European Cetacean Society (ECS) seit 2008 als ausgestorben. Chinesische Wissenschaftler und Behörden wollen den Finnenlosen Schweinswal retten; eine Schutzorganisation für das Tier ist geplant.

Kurzportät

Neophocaena phocaenoides, ein enger Verwandter des chinesischen Neophocaena phocaenoides asiaeoientalis – „FinlessPorpoise3“ von Alessio Marrucci – ConserveNature.org. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Der Glattschweinswal (Neophocaena phocaenoides), auch Indischer Schweinswal oder Finnenloser Schweinswal genannt, ist eine Walart aus der Familie der Schweinswale (Phocoenidae). Bei ihm fehlt die Finne, die charakteristische dreieckige Rückenflosse der Haie und Wale.

Im Stakkato: Größe: max. 2,20 m | Gewicht: max. 65 kg | Farbe: creme bis grau; mit zunehmenden Alter heller werdend | Nahrung: Fische, Kopffüßer, Krebstiere | Vorkommen: Yangtse, ca. 1600 km von der Mündung entfernt | Lebensweise: einzeln oder paarweise, selten in Gruppen von 3 bis 6 Tieren …

*1 – Lange Zeit galt die Gattung Neophocaena als monotypisch, doch 2011 wurde die Gattung in die Arten Neophocaena phocaenoides und Neophocaena asiaeorientalis aufgespalten. Letztere hat zwei Unterarten: N. a. asiaeorientalis, die sehr selten im Yangtse (Jangtsekiang) vorkommt, und die häufigere Unterart N. a. sunameri aus südkoreanischen und japanischen Gewässern.

Quellen: german.china.org.cn | tierdoku.com | wale.info | insidebeijing | Wikipedia

 

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