Geheimsache Seide

Vor ungefähr 4700 Jahren entdeckte ein Chinese: Aus dem Kokon eines bestimmten Schmetterlings ließ sich ein einmalig zartes Gewebe herstellen. Seide. Ein Grund für mich, mit dem Stoff auf Tuchfühlung zu gehen. 

Raupen des chinesischen Seidenspinner-Falters spinnen sich in einem Kokon ein. 

Ein bisschen altbacken wirken die Ausstellungsräume im Seiden-Museum in Wuxi, allerdings beginnen um das Gebäude herum Bauarbeiten. 🙂 In der Umgebung des Tai hu, des riesigen Sees, an dem auch Wuxi liegt, und des Kaiserkanals wird seit etwa 1.500 Jahren Seide produziert. Dazu werden die Raupen des Seidenspinners mit Maulbeerblättern gefüttert und auf Bündeln aus Reisstroh ausgesetzt. Innerhalb von 5 Tagen spinnen sich die Larven dann in einem Kokon ein. Mit heißem Wasserdampf werden die Puppen schließlich getötet, die Kokons gewaschen, gebürstet und die Fäden entwirrt, … dann kommt das Garn zum Färben und Weben. Die Chinesen erkannten früh den Wert der Seide und hielten Entdeckung und Herstellung geheim. Tausende Jahre lang und sehr zum Ärger westlicher Kaufleute und Könige. Immer wieder ist nachzulesen, dass, umso begehrter die Seide wurde, die chinesischen Kaiser jeden zu töten drohten, der das Geheimnis Seide an einen Ausländer verraten würde.

Das Geheimnis wird gelüftet

Im 2. Jahrhundert vor Chr. brachten chinesische Händler die Seide auf einer langen Route, der Seidenstraße, vom Osten Chinas nach Europa. 300 Jahre später ist das Geheimnis gelüftet. Wie das passieren konnte? Die Römer liebten Seide. Sie war für sie so wertvoll, wie Gold. Der römische Kaiser Justinian soll schließlich zwei persische Mönche dazu angestiftet haben, ein paar Seidenraupen in ihren hohlen Spazierstöcken aus China zu schmuggeln. Tja.

Der Eingang zum Museum …

Seiden-Produktionen zu verschiedenen Dynastien

Verträge aus den 1930er Jahren

Ein Laden am Kaiserkanal mit Tüchern, Schals und Qipaos

Quelle:
cott Forbes: China. Der cool-verrückte Reiseführer, Verlag: National Geographic (26.02.2013), S. 38f

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