Der Bund – in Shanghai & Ningbo

Weil wir nicht nach China reisen können, es gibt kein Visum, schickt uns ein Freund von Zeit zu Zeit Fotos aus Shanghai. Die September-Oktober-Runde mit Schnappschüssen aus dem Französischen Viertel, die letzten beiden Monate war er im Zentrum unterwegs, in Pudong mit seiner Skyline und am Bund, der Uferpromenade westlich des Huangpu-Flusses, dem Herzstück des kolonialen Shanghais, das einst das reichste Viertel der Stadt war.

Heute steht der Bund unter Denkmalschutz und gilt als eine der Hauptattraktionen der Stadt. Nüchtern betrachtet und mit Peking verglichen, mag die Aussage einiger Zeitgenossen zwar stimmen, dass es in Shanghai keine großen touristischen Attraktionen gibt, wohl weil die größte Attraktion das aufstrebende Shanghai selbst ist, aber immerhin, 52 Häuser unterschiedlichster Architekturstile könnt ihr hier entdecken. Wir können auch vergleichen: früher und heute, aus einem alten Fotobuch des Großvaters.

Kleine Bund-Kunde

  • Lao Waitan ( 老外滩), alter Bund – heißt die Uferpromenade in Ningbo (siehe Artikelende)
  • Waitan ( 外滩 ), Bund – heißt der berühmtere Vetter in Shanghai
  • Der Name Bund kommt aus dem Anglo-Indischen, bedeutet Kaimauer und ist der international bekanntere Name.

    Auch wenn in Ningbo die Uferpromenade 20 Jahre früher entstand, berühmter ist der Bund in Shanghai am westlichen Ufer des Huangpu-Flusses gegenüber der Sonderwirtschaftszone Pudong. Dessen klassizistische Hochhäuser wurden zwischen 1890 und 1935 erbaut. Heute sind beide Areale restauriert und verjüngt. In den Straßen der alten Konzessionsgebiete, also jenen Gebieten die nach dem Ersten Opiumkrieg und mit dem Verabschieden des Vertrages von Nanjing, nicht mehr der chinesischen Verwaltung unterstanden, haben sich heute vor allem edle Hotels, Bars und Restaurants angesiedelt.
Heute: Bund in Shanghai (unser Freund)

➡️ Tipp:
Unbedingt am Abend hier entlangwandern. Wir fanden es toll, wegen der vielen toll beleuchteten Gebäude und gern auch von der gegenüber liegenden Seite beäugen, von Pudong. Wo sich welches Gebäude befindet, findet ihr in jedem Reiseführer oder im Internet. Wer vor Ort unterwegs ist: an den Gebäuden sind Informationstafeln angebracht, sodass man sich zur Geschichte des jeweiligen Gebäudes informieren kann. 

Früher: Blick in Opas Fotobuch

Seite 1, Bild oben: Custom House: gebaut 1927 und mit seinem 90 m hohen Uhren-Turm dem Big Ben in London nachempfunden. Hier noch ohne die Skyline von Pudong auf der anderen Flussseite.
Seite 2: Der westlich geprägte Bau der ‚Bank of China‘ von 1936 besticht mit typisch chinesischen Bauelementen, wie mit geometrischen Mustern verzierte Fenster. Zhongshan Dong Yilu 23
Seite 3: Die Uferpromenade wurde 1992 zum Schutz vor Hochwasser höher gelegt und die auf diesem Foto noch sichtbaren alten Bäume gefällt.

Gibt’s auch: den Bund in Ningbo

Weiterführende Links:
Die einzelnen Gebäude und ihre heutige Nutzung: Wikipedia
*¹ – Süddeutsche Zeitung: Wolkenkratzer und Basargassen

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