China im Zoo: der gut Getarnte

Ab in den Zoo Berlin! Meist zum Ende des Jahres zockeln wir los und als Nebeneffekt gibt’s Tierisches aus China für den Blog! Doch wie ihr wisst – dieses Jahr nicht. Stichwort Corona. Es bleibt mein Fundus. Um wen geht’s heute? Um eine der größten Schlangen der Welt, den ‚Dunkle Tigerpython‘ (Python bivittatus). Die Schlange lebte ursprünglich in den tropischen und subtropischen Urwäldern in Südostasien, also etwa in Thailand, Vietnam und – Südchina. Weil sie illegal ausgewildert wurden, sind Tigerpythons inzwischen auch in Teilen Floridas zu Hause, wo sie als Neozoon in den Sümpfen der Everglades ihr Unwesen treiben. Sie vermehren sich stark und werden gejagt, was so einfach nicht ist, denn ihr braun-beiges Rückenmuster tarnt sie perfekt.

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Verbreitungsgebiet des Dunklen Tigerpythons (Grün)

Mit so einer Würgeschlange ist nicht zu spaßen: In der Wildnis lebende Tiere werden bis zu 6 Meter lang und besonders stattliche Exemplare bis zu 90 Kilogramm schwer. Sie können schwimmen und sie sind zwar langsame, aber gute Kletterer. In der schwül-warmen Hitze des Tages dösen sie im sumpfigen Gras, doch geht die Sonne unter, beginnt die lautlose Jagd. So ein Python frisst dann alles, was er überwältigen kann: Nager, Vögel und Säugetiere. Lauern, mit den Fangzähnen packen und dann den muskulösen Körper um die Beute wickeln – bis das Opfer erwürgt ist. Würgeschlange eben. … Mehrheitlich wird der Tigerpython von den Menschen in Südostasien nicht gefürchtet und als Mitgeschöpf behandelt. Mancherorts sind diese Schlangen bei den Bauern sogar gern gesehen, weil die Tiere die Nagetiere auf den Äckern vertilgen.

Schlangen: Chinesische Kultur & Symbolik

Die Schlange symbolisiert Weisheit, sie ist schlau, aber auch ein wenig boshaft. Sie besitzt übernatürliche Kräfte und kann Frauen symbolisieren. Einst existierte an den Flüssen Chinas ein Schlangenkult, weil Flussgötter oft in Schlangengestalt daher kamen. Der Gott des Gelben Flusses war beispielsweise eine goldene Schlange mit viereckigem Kopf und roten Punkten unter den Augen und – sie liebte Theatervorstellungen.

Schlangenleber ist noch heute als Medizin sehr gesucht, weil das Fleisch gut für die Augen sei. Schlangenhaut soll man behalten, um reich zu werden. … Und dann wäre da noch das Schlangenfett. Männer, lasst die Hände davon, es lässt den Penis einschrumpfen, sodass er nie wieder richtig funktioniert. Nie! Wer will das schon. 😉

Quellen:
1 – Wolfram Eberhard: Lexikon Chinesischer Symbole. Die Bildsprache der Chinesen. Heinrich Hugendubel Verlag, München 2004, ISBN 3-89631-428-9, S. 254 ff
2 – https://www.geo.de/geolino/tierlexikon/17075-rtkl-schlangen-die-tigerpython

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