Blumiges Chinesisch: Den Flugreifen drehen (für Conny)

Hallo Catrin,
ich hoffe zu verzeihst die vertrauliche Anrede, aber wenn man dem Blog von jemanden folgt, dann vermeint man ihn (oder sie) zu kennen. Als Qigong-Lehrerin habe ich natürlich viel mit den blumigen chinesischen Umschreibungen zu tun. Eine Übung aus den 18-Übungen des TaiChi Qigong nennt sich: Den Flugreifen drehen. Was verflixt noch einmal ist ein Flugreifen? Ich denke es könnte ein Kinderspielzeug sein. Wenn man den Begriff googelt, dann bekommt man immer nur Flugzeugreifen. Da bin ich mir ganz sicher, dass das nicht gemeint sein kann. 🙂 Kannst Du mir vielleicht helfen. … Vielen Dank Grüße Conny

Hallo Conny,

ich bin immer wieder freudig überrascht, wer hier so alles liest, seine Meinung äußert und Fragen stellt, die zum Teil so knifflig sind, dass ich sie meiner chinesischen Familie und Freunden weiter reiche.

Jetzt also drehende Flugreifen. In den Weiten des Netzes gibt es reichlich fantasievolle Namen für Übung 16. Sich wie eine Windmühle drehen, wäre so ein Beispiel. „Viel zu langsam, für das, was im Chinesischen ausgedrückt werden soll“, meint Herr P.. Auch die Sache mit dem Flugreifen oder Flugzeugreifen scheint ihm höchst fragwürdig. Der kreisende Propeller dürfte die passende Geschwindigkeit haben, ist aber zu modern. Eine Frage der Übersetzung, die hier offensichtlich nicht ganz korrekt ist. Gemeint ist ein Rad, dass sich so schnell dreht, dass es auch fliegen könnte. Zu banal? Mit Fantasie passt die Umschreibung zur Übung: Die Arme drehen sich, der Körper wird eins mit der Natur und irgendwann meint man, abheben zu können. Was für eine grandiose Vorstellung. Aber da bin ich dann doch eher Laie. 🙂

Viel Freude dir mit Übung 16,
allerherzliche Grüße
Catrin

2 thoughts on “Blumiges Chinesisch: Den Flugreifen drehen (für Conny)”

  1. Conny schreibt:

    „Hallo Catrin, da Du so nett warst und mir meine Frage mit dem Flugreifen schnell und unkompliziert beantwortet hast, will ich Deine Freundlichkeit gleich noch einmal ausnutzen.
    Ich gehöre auch zur „Schreibenden Zunft“ und befasse mich dabei mit eher unterhaltenden Romanen. Vor kurzem bin ich auf die (frag mich nicht wie) Idee gekommen, der Protagonistin in meinem neuen Buch einen chinesischen (oder halbchinesischen) Partner zur Seite zu stellen. Das wird erst ziemlich am Ende passieren, denn ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und lauter Unsinn schreiben. Trotzdem frage ich mich: Was könnte ein Mensch, der in China geboren ist, an unserem Land gut finden? Kannst Du mir da einige Tipps geben?
    Ich erwähne Dich auch gerne im Nachwort. (Und wenn ich extra eines für Dich schreiben muss) 🙂
    Dann wäre für mich noch interessant: Bei uns gibt es Sinologen. Kann man in China was über Europa studieren?
    Sorry für die komischen Fragen und viele Grüße aus der Prignitz
    Conny“

    1. Hallo Conny,

      das ist ja ein spannend-ausdauerndes Projekt, zu dem ich dir viel Erfolg wünsche und bei dem ich dich gern unterstütze. Wer bekommt schon ein eigenes Nachwort. 😉 Im Ernst, es gibt da einiges Interessantes und für uns Langnasen teils auch Unerwartetes. Wenn ich dich richtig verstanden habe, habe ich ja ein wenig Zeit, alles zu notieren, weil der chinesische Protagonist erst zum Ende auftaucht.

      Noch liegen hier zwei, drei offene Anfragen, die ich gern zuvor beantworten möchte. …

      Schönes Wochenende dir
      herzlichst
      Catrin

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