Bis 07.01.2018: Gesichter Chinas

„Gesichter Chinas“ ist die Ausstellung in Europa, die zum ersten Mal die bisher auch in China wenig beachtete Porträtmalerei zeigt und einen tiefen Einblick in die chinesische Kultur ermöglicht.

Die Schau mit über 100 Meisterwerken umfasst einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren und setzt den Fokus vor allem auf die Porträts der Qing-Dynastie (1644–1912), die mit Bildnissen von Mitgliedern des kaiserlichen Hofes und Ahnen-, Militär- sowie informellen Porträts von Künstlern und berühmten Frauen eine vormals nicht gekannte Blüte erfuhr. Die Sonderausstellung entstand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 45-jährigen Jubiläum diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und China.

Die chinesische Porträtmalerei ist maßgeblich von zwei Darstellungstraditionen geprägt: den Bildnissen von Ahnen sowie von lebenden Personen. Ahnenporträts entstanden zu Ehren verstorbener Familienmitglieder, derer bei religiösen Andachten im Familienkreis gedacht wurde. Meist sind sie von professionellen, doch anonymen Künstlern angefertigt und sind nicht signiert. Dem gegenüber stehen die oftmals signierten, von bekannten Künstlern gestalteten Porträts lebender Personen, darunter bekannte Persönlichkeiten wie hohe Beamte, Künstler, Dichter oder Militärs, aber auch normale Bürger, die in Einzel- und Familienporträts abgebildet sind.

Wurde bislang stets die eine oder andere Darstellungsform in Ausstellungen thematisiert, widmet sich „Gesichter Chinas“ in den zwei Sonderausstellungshallen des Kulturforums bewusst beiden Porträttraditionen, da sie in fortwährendem Austausch miteinander standen. Während die obere Halle den Porträts fürstlicher Personen, Personen in offiziellen Ämtern sowie Künstlern gewidmet ist, liegt der Fokus in der unteren Sonderausstellungshalle auf Privatpersonen, Familien und Ahnenporträts.

Porträtmalerei der Ming- und Qing-Dynastie (1368-1912)
12.10.2017 bis 07.01.2018

Kulturforum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Veranstalter:
Museum für Asiatische Kunst
Website

Eine Sonderausstellung organisiert vom Museum für Asiatische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin und dem Palastmuseum Beijing in Kooperation mit dem Royal Ontario Museum Toronto.

1. Unbekannter Maler, Porträt des Dawaci, 佚名 達瓦斉像, Qing-Dynastie, Qianlong-Ära (1736–1795), ca. 1756, Öl auf Koreapapier, Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin, I D 22242, © Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin / Waltraut Schneider-Schütz |
2. Unbekannter Hofmaler, Porträt der Kaiserinwitwe Xiaozhuangwen in informeller Kleidung (Brustbild en face), 佚名 孝莊文皇后半身便装像, Qing-Dynastie, Kangxi-Ära (1662–1722), Albumblatt, Tusche und Farben auf Papier, Palastmuseum Beijing, GU 6381, © The Palace Museum, Foto: Yu Ningchuan |
3. Ren Xiong (1823–1857), Selbstporträt, 任熊 自畫像, Qing-Dynastie, Xianfeng-Ära (1851–1861), um 1856, Hängerolle, Tusche und Farben auf Papier, Palastmuseum, Beijing, XIN 146208, © The Palace Museum, Foto: Yu Ningchuan

 

 

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