Augenblicke: zwei Tage Große Mauer

Zwei Tage auf der Großen (langen) Mauer. Vielleicht wegen des Regens am ersten Tag, vielleicht auch wegen der relativ großen Entfernung von 200 km zu Peking – wir acht hatten die Mauer für uns allein! Hier draußen ist das Bauwerk zudem weniger intensiv restauriert und daher wunderschön. Ach, seht selbst:

Dass die chinesische Mauer über 6.000 Kilometer lang sein soll – das hat sich vermutlich herumgesprochen. Doch wie groß sie genau ist, das kann niemand sagen. Denn es gibt keineswegs nur eine, sondern viele Mauern, eine wahre Flickschusterei. Jahrhundertelang. Weil in der Vergangenheit bereits stehende Schutzwälle miteinander verbunden wurden oder die Baumeister einfach parallel zum alten ein solideres Mauerstück hinstellten.

Und so ist es noch heute: man kann verfallene Teile sehen und unversehrte und Abzweige, die im Nirgendwo enden. Und was hat das ganze Einmauern gebracht? Am Ende war es nutzlos. Immer wieder krabbelten die Barbaren aus dem Norden einfach über die Mauer hinweg oder sie umrundeten sie oder sie bestachen die Torwache. So wie im 13. Jahrhundert die Truppen unter Tschinggis Khan China einfach überrannt haben.

Map of the Great Wall of China.jpg
Von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) – Self made, using the following sources:
National Geographic’s map of the Great Wall
Jan, Michel / Michaud, Roland / Michaud, Sabrina: Die Chinesische Mauer, München 2000 (Hirmer), ISBN 3-7774-8680-9
svg map of Asia from for the orientation map inlay
NASA World Wind for the topological background, adapted in the German graphic lab by Rainer Zenz
A map of the world known to the Han dynasty originally from Saperaud to get the course of the Silk Route
A map of the walls from the Warring States Period from Like tears in rain to get the locations of them
A map of the Warring States originally uploaded by Louis le Grand to understand the political situation in the Warring States Period
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, CC BY-SA 2.5, Link

2 thoughts on “Augenblicke: zwei Tage Große Mauer”

    1. Bei Jinshanling, ca. 2,5 Auto-Stunden von unserem Pekinger Hotel entfernt und im Normalfall alles andere als ein Geheimtipp, vermute ich. Die Bewohner vor Ort sagten uns, dass es der erste richtige Regen seit einem Jahr gewesen wäre. Was für ein Glück! 🙂

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