Ankommen am Mondsee

Ruhe und Besinnung im Park? Nicht in China. Wer im chinesischen Grün Abgeschiedenheit sucht, der ist hier definitiv falsch. Dachte ich. Bis jetzt. Und hatte dabei lebhaft vor Augen, wie über das ganze Areal verteilte Senioren im Park tanzen und musizieren, dass es kein Halten mehr gibt.
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Mit dem Mondsee-Park (Yuehu Gongyuan) habe ich einen Flecken gefunden, in dem alles möglich scheint, auch entspannen. Dabei lärmen die Leute auch in dieser Gartenanlage. Und auch andere Dinge im Park gibt es so wohl nur in China.

Spielen, Tanzen, Turnen

Ob Mahjongg, Schach oder Kartenspiel – in China wird immer irgendwas gespielt. Und das überall. Also auch hier im Park. In Ningbo sind sie vor allem mit Chinesischem Schach zugange. Das Spiel soll um die 3.000 Jahre alt sein und unserem Schach ähneln: zwei Armeen ziehen in die Schlacht, um sich den General des Gegners zu schnappen.

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Wer beim Spiel pausieren muss, äugt über die Schulter der Aktiven.

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Großartig! 24 Stunden an allen Tagen der Woche scheinen die Leute hier zu tanzen. Gern Standardtänze. Mit lauter Musik, versteht sich. Und mit vollem Einsatz.

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Ein Reck und ein älterer Herr. Der zeigt wie’s geht: Ran, rauf, Hüftumschwung. Das alles bei gespannter Körperhaltung und vor Publikum. Es folgt der vollendete Abgang. Respekt! Ein Jugendlicher mit rot gefärbtem Schopf drängt zum Sportgerät, nimmt Schwung und – dann ist die Vorstellung auch schon beendet.

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Am Ufer steht ein großes Schild: Wäsche waschen verboten! Mehr muss man dazu nicht sagen.

Ertappt. Beim Fotografieren des heftig engagierten Fotografen eines Braut-Paares hat es mich selbst erwischt. Doch auch den Fotografen der Fotografin des Fotografen … . Danke Steven.  🙂


Kleine Mondsee-Kunde

Bereits im 7. Jahrhundert soll der Mondsee angelegt worden sein. Als Wasserreservoir. Später entstand um den See ein innerstädtischer Park mit einem einzigartigen Ensemble von Pavillons.

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Lageplan Mondsee-Park

Einst gab es in Ningbo „… 45 Flüsse und Kanäle, die mit dem Mondsee und dem Sonnensee verbunden waren. Alles zusammen bildete ein städtisches Wasserwegesystem, an dem sich die Gassen und Strassen wie „Blattadern“ anordneten. Damals hat sich die Funktion des Mondsees deutlich verändert: von einem Wasserreservoir zu Beginn der Songdynastie entwickelte er sich zu einem offenen städtischen Park.“  –  (Shen Lei: Ningbo, Stadt am Wasser)


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Einzigartige Pavillons und Tempel haben die Erbauer im gesamten Areal verteilt und zu einem harmonischen Ensemble zusammengeführt.

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In einem der Tempel finden wechselnde Kunstausstellungen statt, derzeit Tusche-Malerei, die auf mich sehr traditionell wirkt und einheitlich, weil sich alles um Wasser und Berge dreht.

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Es fehlt in keinem chinesischen Garten, das Mondtor. Ein Kreis besitzt eine vollkommene Form, er gilt in China als Himmelssymbol, als ein Symbol des Mondes. Und wer in China durch ein Mondtor geht, betritt eine andere Welt. Hier im Park eine außergewöhnlich schöne, wie ich finde.

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Auch ein Mondtor: der Weg führt ins Teehaus. Der Ort strahlt Ruhe aus und still ist es hier auch. Irgendwie. 🙂

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