Mythos: der Glückskeks kommt aus China (3 Rezepturen, getestet von Julia)

„Sei ehrgeizig“, steht auf einem Zettelchen oder „Bleibe heiter und gelassen“. Sie gelten als typisch chinesisch, die Glückskekse mit ihren Weisheiten. In deutschen China-Restaurants werden sie nach dem Essen gereicht. Wir glauben, es wäre ein traditioneller chinesischer Brauch und – das chinesische Personal spielt mit. Es lächelt, wenn wir das kleine halbmondförmige und leicht süße Gebäck zerbrechen, um an die weisen und lustigen Botschaften im Inneren heranzukommen. Woher stammen sie also, die krossen Halbmonde?

Glückskeks – original verpackt

Zwei amerikanische Restaurant-Unternehmer streiten sich darum, die ersten Kekse in Umlauf gebracht zu haben: der US-Japaner Makato Hagiwara soll 1909 Glückskekse mit fernöstlichen Weisheiten zum Tee gereicht haben, David Jung mit chinesischen Wurzeln produzierte seine Erstlinge 1918. Belegt ist das alles nicht. Egal, wem die Kekse zuzuschreiben sind, Makato Hagiwara oder David Jung, eines steht fest: aus China stammen sie nicht. Viele Chinesen kennen sie noch nicht einmal. Das Gebäck ist eine Übersee-Erfindung Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA. Erst in den 1990er Jahren wurden sie erstmals nach China exportiert, wo sie bis dahin völlig unbekannt waren. „Fasse Tatsachen würdevoll ins Auge“, lese ich. Wie passend!

Update: Nach dem Glückskeks-Artikel gab es Anfragen für ein Rezept für eben diese Kekse. Ja gern, gleich drei, sie müssten allerdings noch getestet werden. Liebe Julia, könntest du das Test-Backen für diesen Blog übernehmen? Das wäre toll. Die Ergebnisse gibt’s dann hier für alle, auch die Fotos deiner Aktion. Großartig! Danke!  🙂

Glückskeks backen – so geht’s

Glueckskekse_Edyta01_600

Glückskekse haben es in sich. Sie zu backen ist eine echte Herausforderung. Vor allem fix muss man sein: sobald die Kekse aus dem Ofen kommen, härten sie in Nullkommanix aus. Nach einem Fehlversuch vor zwei Wochen legen Julia und Edyta nun vor: Und da sind sie, zehn goldgelbe Teilchen aus Rezept Nr. 3. Großartig! 🙂

Zutaten:

Rezeptvorschlag 1 – mit Schlagsahne
100g Weizenmehl,  80g Puderzucker,  100g Schlagsahne, Vanilleschote/Vanillezucker

Rezeptvorschlag 2 – mit Eiweiß & Mandeln
150g Weizenmehl, 200g Zucker, 100g Butter, 50g gemahlene Mandeln, 3 Eiweiß, Bittermandelöl, 1 Prise Salz

Rezeptvorschlag 3 – mit Eiweiß
60g Mehl, 50g Puderzucker, 45g Butter, 3 Eiweiß

Zubereitung:

  1. Wünsche, Weisheiten etc. auf kleine Papierstreifen schreiben
  2. Ofen auf ca. 200 Grad Celsius vorheizen
  3. Alle Zutaten zu einem Teig vermengen:
    Rezeptvorschlag 1: zuerst Mehl und Zucker, dann der Rest.
    Rezeptvorschlag 2 + 3: zuerst Eiweiß schaumig schlagen, dann Zucker und Butter, dann Mehl & Co. Teig 15 min ruhen lassen.
  4. Backpapier auf ein Backblech legen und je einen Löffel Teig im Abstand von 10 cm kreisförmig darauf geben.
  5. Gold-gelb backen. (ca. 5 Minuten)
  6. Konzentration! Jetzt heißt es fix sein: solange die Kekse noch warm sind, Papierstreifen in die Mitte legen und den Keks falten. Dazu den Keks halbieren, über einen Glasrand legen und die Enden nach unten drücken. Anschließend gut auskühlen lassen.

 

Und so geht’s mit digitaler Unterstützung. Es existieren bessere Videos,
das hier ist hilfreich, vor allem beim Anlegen des Keks-Knicks:

4 thoughts on “Mythos: der Glückskeks kommt aus China (3 Rezepturen, getestet von Julia)”

  1. Hey, ich freue mich schon auf das Backen 🙂 mal sehen ob es klappt…:p Ich gebe mein Bestes … Drück mir die Daumen! ;D

    1. Großartig! Ich bin begeistert. Jetzt schon. Und neugierig, ob die Rezepturen halten, was sie versprechen. Liebe Grüße ins Küchenstudio nach Babelsberg, Daumen drückend und allerherzlichst, Catrin

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