Kohlehügel & Himmelstempel

Kohlehügel. Das klingt weder kaiserlich, noch interessant. Dennoch sind in dem Park Touristen und Einheimische gleichermaßen zugange. Der Name Kohlehügel hat wohl zwei Ursprünge: zum einen wurde in den Höhlen des Berges Kohle eingelagert, zum anderen war der Berg ursprünglich kahl; seine dunkle Farbe erinnerte die Leute an Kohle. Für die Chinesen ist der Hügel bedeutsam, weil sich dort 1644 der letzte Ming-Kaiser nach der Niederlage gegen die Mandschu an einem Baum erhängt haben soll. Heute nutzen die Pekinger den Park, um spontan zu tanzen und  zu musizieren. Letzteres mit außergewöhnlichen Instrumenten,  spontan wechselnden Solisten und gern in wildem Durcheinander. Wunderbar!

Das Opfergelände des Himmels (Tiāntán天壇), in westlichen Darstellungen oft vereinfachend und vermutlich irreführend als ”Himmelsaltar” oder “Himmelstempel” bezeichnet, ist ein Muss für Peking-Reisende. Hier erflehten die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie die Gnade des Himmels, baten um günstiges Wetter und eine reiche Ernte. Alles geschah nach strengem Ritual und mit beinahe 2.000 Würdenträgern. Das Ende der Qing-Dynastie 1912 bedeutete auch das Ende des Kults mit seinen Opferriten.

Wir hatten an dem Tag gerade unser Programm absolviert, da erschienen bewaffnete Uniformierte, riegelten den Platz ab und bezogen Stellung: rumänischer Staatsbesuch. Nach einem abwägenden Hin und Her wagte ein abgeriegeltes Trio unserer Gruppe den Sprint auf die andere Seite. Gab das ein schönes Geschrei.

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