Fröhliche Weihnachten

„圣诞快乐“ – „Fröhliche Weihnachten“, schallt es mir am ersten Weihnachtsfeiertag auf einer Party bei chinesischen Freunden entgegen. Fröhliche Weihnachten? Feiern die Berliner Chinesen neuerdings dieses christliche Fest? Westliche Tradition hin und her, man kann nie wissen.

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Der Tisch biegt sich

Um es vorweg zu sagen, von Weihnachtsdekoration fehlt in der Wohnung  jegliche Spur und im Fenster hängen weder Sterne noch Lichterketten. Auf einem Regal steht ein Weihnachtsmann, einer aus Schokolade. Schluss. Zu Heiligabend sind die Kinder vom Studium nach Hause gekommen. Es geht zu, wie in anderen atheistischen Familien in Deutschland auch: sie haben gemeinsam gegessen und erzählt und in der einen oder anderen Familie Mahjongg gespielt, ein altes chinesisches Gesellschaftsspiel.

Während wir Deutschen zu den Feiertagen mehr auf unsere Verwandten fixiert sind, nehmen die chinesischen Freunde in Berlin die freien Tage zum Anlass, um mit Freunden zu feiern. Wir sind etwa 20 Leute und es gibt Unmengen toller Speisen, die immer wieder frisch und irgendwie locker nebenher zubereitet werden. Andere Leckereien, wie Garnelen und Baozi, gedämpfte und gefüllte Teigtaschen, tragen die Gäste herbei. Die ganze Party wird begleitet mit herrlichem Renau, Getöse. Perfekt.

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Baozi – eine gedämpfte, gefüllte Teigtasche; in unserem Fall mit Fleisch

Die chinesische Besinnlichkeit steht an einem anderen Festtag im Vordergrund. Das Neujahrsfest, auch Frühlingsfest genannt, ist der wichtigste chinesische Feiertag und läutet nach dem chinesischen Kalender das neue Jahr ein. Doch bis zum 19. Februar, dem Beginn des Jahres des Schafs, haben wir noch ein wenig Zeit.

Zeit, um den zweiten Feiertag zu genießen: „圣诞快乐“ (Shéngdàn kuàilè) – Fröhliche Weihnachten!

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